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Auch nach dem 2. Weltkrieg war das Ringreiten nicht aus unserem Dorf wegzudenken. Diese Art von Wettkampf wurde bis in den Anfängen der 50er Jahre ausgeübt. Dieses dörfliche Ereignis wurde am Ortsrand zwischen den beiden begrünten Wällen von Noorndörp nach Lopshop auf dem weichen Sandweg durchgeführt. Die Jugendlichen und große Jungen hatten beim Ringreiten nach dem Stechen der Teilnehmer - nach dem Durchgang hinter dem zweiten Ringbaum - die große Freude, das Pferd vom Ringreiter zu übernehmen und es um Krusenbusch herum zum Start zu reiten. Die Jungbauern oder Knechte, die ihr Pferd den Jungen übergeben hatten, gingen auf Schusternsrappen zum Start oder verzehrten kurz Einen am Getränkestand. Hinter dem Schuppen von Noorndörp in der Nähe des ersten Ringbaumes, befand sich auch eine Schießbude, wo sich die, die nicht am Ringreiten teilnahmen, um Preise schossen und sich belustigten. Für das nötige Zielwasser sorgte der Getränkestand, welcher vom Dorfwirt hinterm Schuppen von Hans Siem eingerichtet war.

Ringreiterumzug ca. 1954
Ab 1954 wurde das Ringreiten für lange Zeit eingestellt und nicht mehr ausgeübt. Doch der Jugend fehlte was, als es kein Ringreiten mehr gab. Es entstand eine Reitersparte - mit neuem Elan und Ergeiz wurde mit allen Kräften die Sandkuhle auf Hallit 1954 als Spring- und Reitbahn eingeebnet. Da die Begeisterung so groß war, wurde ein Reitlehrer bestellt. Der aus Glüsing stammende Gastwirt Kurt Witt brachte seine Erfahrungen der Hollingstedter Jugend bei. Sogar aus Heide war für eine gewisse Zeit ein Herr Konrad Sieger für die Hollingstedter Reiter tätig.
Wie überall entwickelte und modernisierte sich die Landwirtschaft - auch an Hollingstedt ging es nicht ganz vorbei. Es wurden Traktoren angeschafft. Das Pferd stand im Stall und musste auch noch mit Futter versorgt werden. Bei vielen Bauern wurde das Pferd für den neuen Traktor in Zahlung gegeben. Das Ende vo, Reiten war gekommen, weil keine Pferde mehr da waren. Eine Zeit des Umbruchs kam, man sprach von der Zeit des Wirtschaftswunders. Auch in der Landwirtschaft änderte sich Vieles. Diese ganze Umstrukturierung wandelte die Lebensbedürfnisse. Der Privatmann oder Frau, wurden zum Pferdefreund, pachteten sich eine Wiese und kauften sich ein Pferd oder auch mehr. Auch Bauern besannen sich und stellten sich ein Pferd in den Stall, zum Vergnügen der Kinder oder aus Hobby. Aus diesen Angebot von Hobbyreitern, es waren Jungen und Mädchen wie auch Erwachsene, die sich dem Reitsport mit immer größeren Eifer hergaben.
Es war Ende der 70er Jahre als Kinder auf dem alten Bahndamm von Krusenbusch bis Noorndörp hin und zurück die ersten Reitübungen erprobten. Beim Volksfest in Glüsing 1979, wo neben dem Festzelt auch das Ringreiten gepflegt wurde, waren einige Hollingstedter - so wie Gerhard Soldwedel und Johann Sommer - anwesend. Durch Anraten auch in unserem Hollingstedt das Ringreiten einzuführen, wurde 1980 ein Vorstand gewählt:
- 1. Vorsitz: Gerhard Soldwedel
- 2. Vorsitz: Johann Sommer
- Schriftführer: Harald Rüsch
- Kassenwart: Meinhard Rohwedder
Der Anstoß war gegeben, die Teilnehmer und Mitglieder waren reichlich und es wurde fleißig geübt. Es war Hermann Hinrichs aus Hennstedt, der mit den Jugendlichen auf dem mit Gras bewachsenen und vom Wall geschützten Baugrundstück im Lopshop 11 und 13 Reitübungen in den Anfängen der 80er Jahre durchführte.
In den Jahren ab 1980 waren Hermann Hinrichs und Gerhard Soldwedel um den Reiternachwuchs sehr bemüht. Es dauerte nicht mehr lange bis einige Hollingstedter sich zusammen fanden und im gleichem Sommer - beim schönstem Wetter - das Ringreiten wieder zum aktuellen Reiterkampf ausgetragen wurde, um festzustellen, wer die meisten Ringe ergattert. Das alles zur Freude der meisten Dorfbewohner und Gäste. Der Reiterzug mit Einheimischen und vielen Gastreitern führte durch das festlich geschmückte Dorf, die Feuerwehrkappelle Delve spielte voraus flotte Märsche. Einige Einkehrstellen hatten die Mühe nicht gescheut und standen mit frischen Getränken und ein paar Schnäpsen zur Aufmunterung bereit. Der Umzug bewegte sich weiter in Richtung Süderstraße, hinaus aus dem Dorf zum Turnierplatz mit den zwei Ringbäumen und der abgesteckten Reitbahn. Es gelang der Reitersparte als Sportreiter im Hollingstedter Turn- und Spielverein Mitglied zu werden. Die Ringreiter bekamen vom großen Sportplatz an dem Möhlenweg eine geeignete Reitfläche bereitgestellt. Auf diesem Gelände wurden Ringbäume fest aufgebaut und stehen zu den Turnieren immer bereit. Im Jahr 1988 hatten sich die Hollingstedter Ringreiter eine Standarte angeschafft. Die Weihe dieser Fahne fand bei herrlichem Wetter in der Verschönerung mitten im Dorf durch den Bürgermeister und unter großer Beteiligung der Dorfbevölkerung statt. Anschließend zogen die Reiter - verstärkt durch Reiter und deren Fahnen aus den Nachbargemeinden - durchs Dorf bis zum Sportplatz, um sich zu messen, wer die sicherste Hand hat, um beim Ringstechen Sieger zu werden.
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